Um den Balkon im Herbst zu bepflanzen, setzen Sie auf winterharte Arten, die mit Kälte im Topf zurechtkommen: Besenheide, Gräser wie Segge oder Blauschwingel, Purpurglöckchen, Hornveilchen und kleine Gehölze mit Beeren. Dazwischen stecken Sie von September bis November Blumenzwiebeln, die im Frühjahr blühen. Wichtig sind frostfeste Gefäße mit Abzugsloch, eine Drainageschicht und sparsames Gießen. Eine geschlossene Balkonumrandung hält den kalten Wind ab und schützt die Pflanzen vor dem Austrocknen.
Welche Pflanzen den Herbst und Winter im Kasten überstehen
Im Balkonkasten frieren die Wurzeln viel schneller durch als im Beet, weil die Erde von allen Seiten auskühlt. Nehmen Sie deshalb Arten, die als winterhart gelten, und rechnen Sie mit einer Stufe Reserve. Was im Garten gerade noch durchkommt, schafft es im Topf auf einem offenen Balkon oft nicht.
Heide: Besenheide und Schneeheide
Besenheide (Calluna vulgaris) blüht je nach Sorte von August bis in den November. Besonders beliebt sind die sogenannten Knospenblüher: Ihre Knospen öffnen sich nie, bleiben aber wochenlang weiß, rosa oder rot gefärbt. Besenheide braucht saure Erde, also Rhododendron- oder Moorbeeterde, und verträgt kein kalkhaltiges Gießwasser. Die Schneeheide (Erica carnea) ist der Gegenpart für den Spätwinter. Sie blüht von etwa Dezember bis April und kommt mit normaler, auch leicht kalkhaltiger Erde zurecht.
Gräser
Gräser geben dem Herbstkasten Struktur, sie bewegen sich bei jedem Lufthauch und fangen das tief stehende Licht im Oktober ein, wenn die meisten Sommerblumen längst verblüht sind und der Kasten sonst leer wirken würde. Bewährt haben sich:
- Segge (Carex): immergrün, je nach Sorte grün, gelb gestreift oder bronzefarben, sehr robust.
- Blauschwingel (Festuca glauca): blaugraue Polster, mag es sonnig und eher trocken.
- Japanisches Waldgras (Hakonechloa): färbt sich im Herbst goldgelb, für halbschattige Balkone.
Lampenputzergras sieht im Oktober prächtig aus, ist im Topf aber nur bedingt winterhart. Planen Sie es eher als Saisongast.
Blattschmuck, Blüten und Beeren
Purpurglöckchen (Heuchera) gibt es in Laubfarben von Limette bis fast Schwarz, sie halten ihre Blätter bis weit in den Winter. Hornveilchen und Stiefmütterchen blühen bis zum ersten starken Frost und setzen im Frühjahr wieder ein. Für Farbe in Rot sorgen die Scheinbeere (Gaultheria) und die Skimmie mit ihren Knospen und Beeren. Efeu rankt über den Kastenrand und bleibt grün. Zierkohl verträgt leichten Frost und färbt sich bei Kälte sogar intensiver, hält aber meist nur bis in den Dezember.
Blumenzwiebeln jetzt setzen
Tulpen, Narzissen, Krokusse und Traubenhyazinthen brauchen eine Kälteperiode, um im Frühjahr zu blühen. Gesetzt werden sie von September bis November, solange die Erde nicht gefroren ist. Narzissen kommen am besten früh in die Erde, Tulpen vertragen auch einen späten Termin.
Als Faustregel gilt: Die Zwiebel kommt etwa zwei- bis dreimal so tief in die Erde, wie sie hoch ist. Die Spitze zeigt nach oben. In Kästen und Kübeln funktioniert die sogenannte Lasagne-Methode gut:
- Drainageschicht aus Blähton auf den Boden, darüber ein Vlies, damit die Erde nicht in die Kugeln rieselt.
- Eine Lage Erde, darauf die großen Zwiebeln, etwa Tulpen oder Narzissen.
- Wieder Erde, darauf mittelgroße wie Traubenhyazinthen.
- Noch eine Lage Erde, darauf die kleinen Krokusse.
- Obenauf Erde und, wenn Sie mögen, Hornveilchen oder ein Gras als Winterbepflanzung.
Die Abstände zwischen den Zwiebeln dürfen im Topf enger sein als im Beet. Sie sollten sich aber nicht berühren, sonst breitet sich eine faulende Zwiebel auf die Nachbarn aus. Weiche oder schimmelige Exemplare sortieren Sie vor dem Setzen aus. Auf Balkonen mit Besuch von Eichhörnchen oder Mäusen legen Sie ein Stück Drahtgitter knapp unter die Oberfläche, Tulpen und Krokusse werden sonst gern ausgegraben. Narzissen sind giftig und bleiben meist unberührt.
So blüht derselbe Topf von März bis Mai in Etappen. Mit Herbstpflanzen, die oben stehen, kommen sich die Zwiebeln nicht in die Quere, solange Sie beim Einsetzen der Pflanzen nicht zu tief graben.
Kübel und Kästen winterfest vorbereiten
Auf das Gefäß kommt es an. Unglasierte Billigware aus Ton saugt Wasser auf, das beim Gefrieren den Rand absprengt. Achten Sie auf die Angabe „frostfest“ oder nehmen Sie Kunststoff, Fiberglas, Metall oder Holz.
- Größe: Je mehr Erde, desto langsamer friert der Ballen durch. Kästen mit 20 Zentimetern Tiefe sind für die Winterbepflanzung besser geeignet als flache Schalen.
- Abzugsloch: Ohne Loch steht Wasser im Gefäß, die Wurzeln faulen, und das Eis sprengt den Topf.
- Erde: Strukturstabile Kübelpflanzenerde sackt über den Winter weniger zusammen als billige Blumenerde.
- Isolierung: Kübel auf Topffüße oder eine Holzleiste stellen und bei starkem Frost mit Jute oder Kokosmatte umwickeln.
Kästen, die außen am Geländer hängen, kühlen besonders stark aus und sind dem Wind ausgesetzt. Hängen Sie sie im Herbst nach innen. Das schützt die Pflanzen und nimmt Gewicht von der Außenseite der Brüstung.
Gießen und Pflege bis zum Frühjahr
Im Herbst verdunstet weniger Wasser, und die Pflanzen wachsen kaum noch. Gießen Sie deshalb deutlich seltener als im Sommer. Ganz aufhören dürfen Sie nicht. Prüfen Sie mit dem Finger, ob die Erde zwei bis drei Zentimeter tief trocken ist.
Die größte Gefahr für immergrüne Pflanzen im Winter ist nicht die Kälte, sondern Trockenheit. An sonnigen Frosttagen verdunsten Blätter Wasser, während der gefrorene Ballen nichts nachliefern kann. Gießen Sie an frostfreien Tagen, am besten vormittags, damit das Wasser bis zum Abend einsickert. Untersetzer leeren Sie nach dem Gießen, denn darin gefriert das Wasser und hält den Ballen nass.
Zupfen Sie bei Hornveilchen verblühte Blüten aus, dann setzen die Pflanzen neue Knospen an. Gräser schneiden Sie erst im Frühjahr zurück. Die trockenen Halme schützen das Herz der Pflanze und sehen mit Raureif schön aus. Gedüngt wird ab Oktober nicht mehr, weil weiches neues Grün erfriert.
Balkonumrandung als Windschutz für die Herbstbepflanzung
Wind ist im Herbst der unterschätzte Gegner. Er trocknet Blätter aus und kühlt die Erde in den Kästen zusätzlich ab. Eine Balkonumrandung aus Gewebe, Kunststoff oder Holz bremst diesen Wind am Boden deutlich. Davon profitieren vor allem niedrige Pflanzen in Bodenkübeln, die direkt hinter der Brüstung stehen.
Damit Umrandung und Pflanzen zusammenpassen, beachten Sie ein paar Punkte:
- Stellen Sie Kübel mit etwas Abstand vor die Umrandung. Nasses Laub und Erde, die am Stoff anliegen, verursachen Flecken.
- Binden Sie Pflanzen oder Rankgitter nicht an der Umrandung fest. Sie ist für Wind ausgelegt, nicht für zusätzliches Gewicht.
- Kontrollieren Sie im Herbst die Befestigung. Stürme ziehen stärker an einer geschlossenen Fläche, lose Kabelbinder sollten Sie vorher ersetzen.
- Bei offenen Gittergeländern ohne Umrandung stellen Sie die empfindlichsten Töpfe an die Hauswand, wo es am geschütztesten ist.
Welche Materialien Herbststürme und Nässe gut aushalten, beschreibt der Beitrag Balkonumrandung wetterfest. Ideen, wie Sie wenig Fläche mit Kästen und Möbeln gut nutzen, finden Sie unter Kleinen Balkon gestalten.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit, den Balkon herbstlich zu bepflanzen?
Von Ende August bis Oktober. Dann haben Heide, Gräser und Stauden noch Zeit, im Topf einzuwurzeln, bevor der Frost kommt.
Kann ich Herbstpflanzen und Blumenzwiebeln in denselben Kasten setzen?
Ja. Setzen Sie zuerst die Zwiebeln in der richtigen Tiefe und pflanzen Sie Heide oder Hornveilchen flach darüber.
Muss ich im Winter überhaupt gießen?
Ja, an frostfreien Tagen, wenn die Erde trocken ist. Vor allem Immergrüne vertrocknen sonst, obwohl es kalt ist.
Welche Herbstpflanzen eignen sich für einen schattigen Balkon?
Purpurglöckchen, Japanisches Waldgras, Efeu, Skimmie und Scheinbeere kommen mit wenig Sonne gut zurecht.





